Liebe Leser_innen,
diese Chronik ist eine Sammlung von Berichten über Aktivitäten mit diskriminierenden und neo-nationalsozialistischen Hintergrund im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Sie erhebt keinen Anspruch der Repräsentativität und Vollständigkeit, da davon ausgegangen werden muss, dass eine Vielzahl von Aktivitäten uns unbekannt bleiben. Meldet uns daher Vorfälle an amh@riseup.net
Am Mittwoch dem 06.07. führten Anhänger der rassistischen und rechtspopulistischen Partei „Die Freiheit“ eine Unterschriftensammlung im Marzahner Lokal „Sattmacher“ in der Havemannstraße 12b durch. Dabei sollten Freibier gegen Unterschriften für die Partei getauscht werden. Die Partei konnte jedoch keine Unterschriften sammeln, außer von drei Mitgliedern der ebenfalls rechtspopulistischen Partei „Pro Deutschland“. Der Wirt des Lokals distanzierte sich von der Veranstaltung.
Quelle: Augenzeug_innen Bericht
In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch dem 29.06. zeigte in der Mehrower Allee kurz nach Mitternacht ein Mieter einen „Hitlergruß“ aus seinem Wohnungsfenster. Anwohner alamierten daraufhin die Polizei die ein Ermittlungsverfahren gegen den Alkoholisierten einleiteten.
Quelle: Berliner Polizeiticker vom 29.06.
Am Dienstag dem 28.06. verteilten gegen 16:00 drei Vertreter der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheit“ Flyer am Einkaufszentrum „Eastgate“.
Quelle: Augenzeug_innen Bericht
In der Nacht am Sonntag dem 26.06. verübten Neonazis einen Brandanschlag auf ein linkes Haus- und Wohnprojekt in der Wurzener Straße. Dabei zündeten sie eine Papiermülltonne, die in der Nähe des Hauses stand, an. Das Feuer wurde rechtzeitig bemerkt und gelöscht. Es wurde niemand verletzt.
In der gleichen Nacht verübten Neonazis Brandanschläge auf mindesten fünf weitere linke Hausprojekte, dabei entstand zum Teil erheblicher Sachschaden. Die Neonazis hatten zu den Anschlägen auf einschlägigen Websites aufgerufen, nachdem zwei Kandidaten der neofaschistischen NPD von Unbekannt_innen angegriffen wurden.
Quelle: Augenzeug_innen Bericht, Neues Deutschland vom 28.06.
Am Freitag dem 17.06. führten ca. 10 Neonazis ein „Straßentheater“ zwischen S-Bahnhof Marzahn und dem Einkaufzentrum „Eastgate“ auf. Zudem plakatierten sie, verklebten Sticker und verteilten Flyer. Die krude Aktion instrumentalisierte den Arbeiter_innenaufstand am 17.06.1953 in der DDR, den die Neonazis als „Volksaufstand gegen die damaligen Besatzer“ verklären.
Quelle: Neonazi Internetseite vom 20.07.
Am Sonntag dem 24.04. wurden an den Straßenbahnhaltestellen der Tram 62 im Bereich Rahnsdorfer Straße bis Erich-Baron-Weg mehrere Sticker mit der Aufschrift „Besatzer raus“ unter dem Label „Nationale Sozialisten“ entdeckt.
Quelle: Augenzeug_innen Bericht
Wahrscheinlich am Mittwoch dem 20.04. verteilten Neonazis Flyer zwischen Eastgate und S-Bahnhof Marzahn im Zusammenhang mit ihrer „Ausländer raus Kampagne“.
Quelle: Augenzeug_innen Bericht
Am Samstag dem 16.04. gründete die rechtspopulistische Partei „Pro Deutschland“ ihren Kreisverband in Marzahn-Hellersdorf. Zu den sieben aufgestellten Kandidat_innen gehört auch ihr Bundesvorsitzender und Begründer Manfred Rouhs, ehemaliges Mitglied von „Pro Köln“ sowie der NPD. Die Partei fällt im Bezirk zunehmend durch Flyer-Verteilaktionen auf.
Quelle: Internetseite von „Pro-Berlin“ vom 18.04.
Am Dienstag Abend dem 08.03. kam es zu mehreren Gewalttaten durch zwei Hellersdorfer Neonazis im S und U-Bahnhof Lichtenberg. Erst hetzten die Beiden asiatisch aussehende Menschen über den S-Bahnsteig, wobei sie rassistische Parolen riefen, dann griffen sie einen 26-Jährigen Polen mit einer Bierflasche an und verletzten ihn dabei an der Hand. Von Augenzeug_innen herbeigerufene Bundespolizist_innen nahmen die angetrunkenen Neonazis kurzfristig in Gewahrsam.
Quelle: Berliner Bundespolizeiticker vom 09.03.
Am Donnerstag dem 27.01 wurden zwei Homosexuelle gegen 04:35 in der S-Bahn Linie 7 Richtung Ahrensfelde in Hinblick auf ihre Homosexualität bedroht und beleidigt und einer von ihnen sogar geschlagen. Der 18-Jährige, offensichtlich alkoholisierte Täter wurde am S-Bahnhof Springpfuhl von alarmierten Polizist_innen festgenommen. Der von ihm attackierte 18-Jährige wurde im Krankenhaus ambulant behandelt.
Quelle: Berliner Polizeiticker vom 27.01.
In der Nacht vom Freitag dem 21. zum Samstag dem 22.01. warfen Neonazis Farbflaschen gegen die Fassade der Alice Salomon Hochschule. Am 22.01. sollte eine Regionalkonferenz des Bündnis „No Pasaran!“, welches gegen den Dresdener Naziaufmarsch am 19.02. mobilisiert, in der Hochschule stattfinden.
Quelle: Augenzeug_innen Bericht
In der Nacht vom Mittwoch dem 19.01. zum Donnerstag dem 20.01. schmierten Neonazis mehrere Hakenkreuze und „rechte Parolen“ an die Wänden des U-Bahnhofs Grottkauer Straße. Ein Fahrgast entdeckte die Parolen und Informierte die Polizei darüber. Die Schmierereien wurden beseitigt.
Quelle: Berliner Polizeiticker vom 20.01.
Am Freitagabend des 14.01. gegen 23:30 fielen vier Neonazis in der U-Bahnlinie 5 auf, da sie „rechte Parolen“ riefen und Fahrgäste anpöbelten. Unter anderen riefen sie mehrfach laut „Heil Hitler“. Am U-Bahnhof Hellersdorf stiegen die Vier aus und hielten sich dort über drei Stunden auf, wobei sie weiterhin durch Neonazi-Gesänge und Pöbeleien auffielen. Hier schloßen sich ihnen bis zu sechs weitere Neonazis an, sowie zeitweise auch einige Eisbärenfans.
Quelle: Augenzeug_innen Bericht
Am Dienstag dem 11.01. führte die rechtspopulistische und islamophobe Gruppierung „Pro-Deutschland“ nach Eigenangabe eine Flyer-Verteilaktion in Marzahn durch.
Quelle: Internetseite von „Pro-Berlin“ vom 14.01.
Wahrscheinlich in der Nacht vom Freitag dem 07.01. zum Samstag den 08.01. klebten Neonazis über drei Namensschilder des Kurt-Julius-Goldstein-Parks Papierschilder mit der Aufschrift „Waldemar-Pabst-Platz“. Die Überkleber wurden entfernt. Auch in Marzahn an der Landsberger Allee und weiteren Straßen in Berlin, wie der Karl-Liebknecht-Straße, wurden Straßennamenschilder von Neonazis mit „Waldemar-Pabst-Platz“-Plakaten überklebt.
Neonazis bezichtigen sich für diese Aktion auf einer ihrer Internetseiten. Dort bezeichnen sie auch den Mord an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg als eine „ENTSCHLOSSENE TAT“.
Quellen: Augenzeug_innen Bericht, Neues Deutschland vom 13.01.